Eröffnung der Ausstellung "Auswege gemeinsam finden!" durch Ministerin D. Golze

Viele Frauen, die 2014/2015 Schutz in Brandenburg gefunden haben, könnten verstörende Geschichten erzählen, von Bedrohungen, Gewalt und Belästigungen - durch die Soldaten des Regimes, mal durch die selbsternannten religiösen Wächter, aber auch durch die Schlepper. Sie könnten davon berichten, wenn die Erinnerung daran, ihnen nicht die Sprache verschlagen würde. Und wenn sie Worte für das Grauen finden könnten.

Daher war es das Ziel des Projektes Auswege gemeinsam finden!, ein niedrigschwelliges Angebot zur Bewältigung der traumatischen Erfahrungen in der Herkunftsregion bzw. auf der Flucht zu schaffen. Und dies auch ohne umfängliche Sprachkenntnisse (wie dies in einer Psychotherapie in der Regel Voraussetzung ist). Bildnerisches Schaffen bietet in solchen Fällen eine vielversprechende Möglichkeit.

Im vergangenen Juni hat das Projekt Auswege gemeinsam finden! in verschiedenen Gemeinschaftsunterkünften des Landes Brandenburg begonnen, mit Frauen zu arbeiten, die in ihrer Heimat oder auf der Flucht Opfer von Gewalt wurden. Unter Anleitung der erfahrenen Kunsttherapeutin Linde Kauert bedienten sie sich Stift und Pinsel, um das auszudrücken, was sich bisher einem sprachlichen Ausdruck „verweigerte“. Das gemeinsame Gestalten hat den teilnehmenden Frauen geholfen, den Weg der Bewältigung ihrer Erfahrungen zu gehen, und hat sie zugleich gestärkt, den Alltag in Deutschland zu bewältigen und Selbstvertrauen wiederzugewinnen.

Die Ausstellung, die am 12. Mai 2017 im Gebäude des Brandenburgischen Sozialministeriums durch die Ministerin D. Golze eröffnet wurde, zeigt einige Arbeiten der Frauen aus Afghanistan, Syrien und Tschetschenien, die in den vergangenen Monaten geschaffen wurden.

Das Projekt ist in Trägerschaft der Gesellschaft für Inklusion und Soziale Arbeit e.V., die seit Jahren mit verschiedenen Projekten psychisch erkrankte, traumatisierte Flüchtlinge unterstützt. Gefördert wurde das Vorhaben durch die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration. Dank der Unterstützung der Integrationsbeauftragten des Landes Brandenburg kann die Arbeit auch in diesem Jahr fortgesetzt werden.