Präventions- und Handlungsstrategien angesichts weiblicher Genitalverstümmelung

In den vergangenen Jahren kamen mit den geflüchteten Menschen vermehrt auch Frauen und Mädchen nach Deutschland, die von Genitalverstümmlung betroffen oder bedroht sind. Die verschiedenen Formen der sogenannten weiblichen Beschneidung sind mit erheblichen gesundheitlichen und psychischen Folgen verbunden.

Wie können Sozialarbeitende im Umfeld der Unterkünfte mit weiblicher Genitalverstümmelung umgehen? Wie können Sie eine Frau darauf ansprechen? Wo gibt es Verbündete in der Prävention und Behandlung und was ist die rechtliche Handhabe zum Schutz junger Mädchen und Frauen?

Über diese und andere Fragen tauschten sich auf Einladung des MHB-Regionalbüros Neustadt (Dosse) Anfang Dezember Beschäftigte in der Migrationssozialarbeit aus drei nordwestlichen Landkreisen in einer praxisorientierten Aufbau-Fortbildung aus.

Der Workshop in Neuruppin wurde von Dr. Idah Nabateregga von der Frauenrechts-Organisation Terre Des Femmes fachkundig begleitet. Hinweise zu gesundheitlichen Aspekten kamen zudem von einer engagierten Medizinerin aus einer Berliner Klinik, mit der FaZIT künftig in diesem Bereich der Sensibilisierung kooperieren wird.

In Deutschland ist die weibliche Genitalverstümmelung verboten. Unter bestimmten Umständen kann sie als geschlechtsspezifische Verfolgung asylrelevant sein. Anlässlich des diesjährigen Internationalen Tages „Gegen Gewalt an Frauen“, am 25. November, haben die Gleichstellungsbeauftragten Brandenburgs darauf hingewiesen, dass Genitalverstümmelungen zu den Verletzungen des Menschenrechts zählen.