Gegenwind

Im Rahmen des Ideenwettbewerbes für mehr Jugendbeteiligung, zu dem die Bundeszentrale für politische Bildung 2007 aufgerufen hatte, setzte sich unter der Vielzahl der eingereichten Vorschläge die Projektidee “Gegenwind – Zugewanderte Jugendliche stark machen für die Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus und für den Aufbau einer Kultur der Vielfalt und Toleranz“ durch. Im März 2008 starte dann dieses einjährige Vorhaben in ausgewählten Standorten des Landes Brandenburg (Belzig, Königs Wusterhausen, Oranienburg, Potsdam). Unter fachkundiger Anleitung verarbeiteten Jugendliche und junge Erwachsene mit Migrationshintergrund ihre eigenen Erfahrungen mit Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung zu Theaterstücken.

Am 06.12.2008 wurde im Potsdamer Haus der Generationen und Kulturen das StückTitel „Schlaatz Vegas“ uraufgeführt. Das Ensemble setzte sich aus 5 jungen Migrantinnen zusammen, die in der Inszenierung ihre Erfahrungen des Abreisens aus Ihrer Heimat sowie des Ankommens in Deutschland darboten. Diese Präsentation bildete das Resultat des beschriebenen mehrmonatig währenden Prozesses, in dem die jungen Spätaussiedlerinnen unter Anleitung des Theaterpädagogen ihre Erlebnisse im Leben eines Migranten unter dem Fokus von Integration, Diskriminierung, Ausgrenzung etc. diskutierten und spielerisch aufbereiteten. Die Veranstaltung wurde interessiert vom Publikum aufgenommen. Insgesamt konnten etwa 60 Besucher empfangen werden, darunter auch Personen des öffentlichen Lebens, wie die Ausländerbeauftragte der Stadt Potsdam sowie Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung.

Um Interessierten das Geschehen auch nachhaltig präsentieren zu können, wurde das Stück durch die Medienwerkstatt professionell aufgenommen. Im Anschluss wurden die Aufnahmen gestalterisch aufbereitet und in Form einer DVD veröffentlicht. Diese wurden in der Zwischenzeit an die Teilnehmer, Kooperationspartner des Projektes sowie Personen des öffentlichen Lebens verteilt.

Am 16. Dezember 2008 fand in Oranienburg die Aufführung des Theaterstückes „Legenden der Völker“ vor einem zahlreichen Publikum statt. Dieses als eine Traumreise durch verschiedene Epochen und Kulturen konzipierte Bühnenstück brachten den Zuschauerinnen und Zuschauer eindrucksvoll und in bunten Farben die Vielfalt unserer kulturellen Traditionen in Europa und die gegenseitige Befruchtung der unterschiedlichen Kulturen im Verlauf der Geschichte nahe. Die aufwendige Bühnenshow, die neben den beteiligten Jugendlichen auch einen der örtlichen Aussiedlerchöre mit einbezog, war ein überzeugendes Plädoyer für Toleranz im Umgang zwischen Einheimischen und Zugewanderten.

Im Projektstandort Königs Wusterhausen wird noch an der Aufführung gearbeitet.

Mehr zum Projektverlauf und der Ergebnissen von Gegenwind erfahren Sie im Jahresbericht 2008.