MOFA

Mobile überregionale Fachberatungs- und Servicestelle zur Verbesserung der psycho-sozialen Situation von Flüchtlingen und zur Förderung des chancengleichen Zugangs zu medizinischer Versorgung - MoFa

Flüchtlinge stellen eine gesundheitlich stark gefährdete Risikogruppe dar. Verstärkt wird dieses erhöhte gesundheitliche Risiko durch eine Anreihung von Hürden, die sie im Alltag zu überwinden haben, um Verständnis und angemessene ärtzliche Hilfe zu erhalten. Häufig fehlen den Flüchtlingen die Kenntnisse über das deutsche Gesundheitssystem. Vieles hängt vom Zufall ab, oder vom „Pech“, wenn sie nichts erfahren. Auch wenn mit ein wenig „Glück“ der Weg gefunden wurde, dann bestehen häufig Verständigungsschwierigkeiten, die ein wesentliches Hindernis für die Erkennung und Behandlung von Krankheiten darstellen. 

MoFa leistet einen landesweiten Beitrag zur Verbesserung der Zugänge zu medizinischer Versorgung von Flüchtlingen und verringert bestehende Barrieren. Dabei geht das Projekt auf zwei Wegen vor; die für sich eigenständige Aufgabenfelder bilden, aber in der Tätigkeit vor Ort in sich mmer wieder kreuzen und verschränken:

  • die Unterstützung von einzelnen Flüchtlingen im Bedarfsfall und die Verbesserung des Wissens zu Gesundheit und Vorsorge in der Zielgruppe und
  • die Stärkung der bestehenden Strukturen durch die mobile Beratung der Fachkräfte der Migrationssozialberatung, insbesondere in den Gemeinschaftsunterkünften.

Ein wesentliches Element bei der Erfüllung der Projektziele sind die aufsuchenden Beratungen, die regelmäßig in den Gemeinschaftsunterkünften bzw. bei entsprechenden akutem Bedarf erfolgen. So lassen sich Problemsituationen bzw. Konflikte frühzeitig erkennen und mit dem Personal, unter Einschluss der Verantwortlichen auf kommunaler Ebene, gemeinsam Maßnahmen zu deren Überwindung entwickeln sowie für die betroffenen Personen unterstützende Maßnahmen organisieren.

Die unmittelbarste Hilfe ist in vielen Fällen die sprachmittlerische Unterstützung, die häufig eine Verständigung über Abläufe und Gestaltung der medizinischen Versorgung erst ermöglicht. Den hilfebedürftigen Flüchtlingen und medizinischen Einrichtungen steht diese Form der Unterstützung landesweit in 36 Sprachen zur Verfügung. 

Ebenso wichtig sind muttersprachliche Veranstaltungen, die regelmäßig in den Gemeinschaftsunterkünften zu Fragen der Vorsorge und den Leistungen des Gesundheitswesens informieren. Von besonderer Wichtigkeit sind die Veranstaltungen in der Zentralen Aufnahmeeinrichtung in Eisenhüttenstadt, die für neu eingereiste Flüchtlinge und Asylsuchende die einzige muttersprachliche Informationsmöglichkeit ist. 

Das Projekt wird durch Zuwendungen aus dem Landeshaushalt Brandenburg und dem Europäischen Flüchtlingsfonds gefördert.