Mehr als 20 Jahre im Dienst von Zuwanderung und Integration

Nach der Wiedervereinigung haben viele Menschen, deren Geburtsorte beispielsweise Namen wie Karaganda, Omsk oder Yaunde tragen, ihren Weg nach Brandenburg gefunden. Und mit den Jahren hat sich zwar bestätigt, dass Zuwanderung auch für unser Bundesland längst kein vorübergehendes Phänomen ist. Die Ausgestaltung des Zusammenlebens von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion kann somit als eine der großen Zukunftsaufgaben auch unseres Landes bezeichnet werden. Und es liegt auf der Hand, dass diese Aufgabe nicht nur allein von der Minderheit zu bewältigen ist. Vielmehr ist Aufnahme von Zuwanderinnen und Zuwanderern – unabhängig von ihrem tatsächlichen Aufenthaltsstatus - eine Herausforderung, die sich an alle Bürgerinnen und Bürger des Landes richtet, egal, ob sie nun in der Landeshauptstadt Potsdam, einer Kreisstadt oder einer kleinen Gemeinde wohnen, in der sich etwa eine Gemeinschaftsunterkunft für Asylsuchende befindet.

Getragen von dieser Verpflichtung nahm am 1. Juni 1993 die Mobile Heimberatung – MHB ihre Tätigkeit auf. Von der damaligen Brandenburgischen Sozialministerin Regine Hildebrandt angeregt, unterstützte dieses Projekt die Kommunen bei Erfüllung der Aufgaben, die sich aus Landesaufnahmegesetz ergaben. Das noch junge Land Brandenburg stellte sich in den Neunziger Jahren der Verpflichtung, eine rasch steigende Zahl von Russlanddeutschen und  Flüchtlingen aufzunehmen. Vielerorts waren jedoch die Bedingungen für die Unterbringung ungünstig; es fehlte außerdem an erfahrenen Fachkräften für die Arbeit in den  Gemeinschaftsunterkünften; die noch jungen Beratungsstrukturen konnten mit den Anforderungen kaum Schritt halten und nicht zuletzt war das Klima in weiten Teilen des Landes eher von Ablehnung gegenüber der Zugewanderten als von Verständnis und Solidarität geprägt. Somit war die vom Team der MHB angebotene Vor-Ort Beratung und Fortbildung des Personals der Gemeinschaftsunterkünfte, der Verantwortlichen in den kommunalen Verwaltungen und anderer Akteure im wahrsten Sinn  des Wortes Aufbauarbeit! 

Im Verlauf der Jahre verlagerten sich die Schwerpunkte der Tätigkeit und die MHB wurde durch das ebenso landesweit wirkende Projekt Entwicklung kommunaler Integrationsstrukturen - EKIS ergänzt. Dieses Vorhaben leistete insbesondere durch dem Aufbau von Integrationsnetzwerken wichtige Impulse zur Qualifizierung der Integrationsarbeit vor Ort..

Vor Hintergrund der Verabschiedung des ersten Landesintegrationskonzeptes im Mai 2002 wurden die bisherigen Projekte MHB und EKIS  im Fachberatungsdienst Zuwanderung, Integration und Toleranz im Land Brandenburg - FaZIT zusammengefasst, um die Projektarbeit den veränderten Bedürfnissen der Arbeit mit Zugewanderten anzupassen, neuen Themen genügend Raum zu geben und die Finanzierung auf breitere Basis zu stellen. Dennoch blieben die Prinzipien der Arbeit von diesen Veränderungen unberührt:  im Mittelpunkt der Tätigkeit stehen weiterhin Beratungsleistungen und Fortbildungsangebote, die sich trägerübergreifend und verbandsunabhängig an unterschiedliche Partner vor Ort wenden und einen Beitrag zur Ertüchtigung der Aufnahmestrukturen leisten.

FaZIT ist ein Angebot des gemeinnützigen Vereins Gesellschaft für Inklusion und Soziale Arbeit e. V.